Das SZG ist ein gemeinschaftlich über einen eigenen Verein verwaltetes Projekthaus zwischen Rostock und Güstrow 30 min. per Zug, 40min per Auto vom Hauptbahnhof Rostock entfernt. Wir haben ein 2000 qm großes Grundstück und circa 300m² Wohnfläche. SZG steht für Sozial-Ökologisches Zentrum (und unsere Örtlichkeit). Es bedeutet, dass Wir Uns für den sozial ökologischen Wandel einsetzen wollen. Wir sind momentan nur 3 Erwachsene und 2 Kinder vor Ort und suchen nach Menschen die Lust an Gemeinschaft haben und unser Projekthaus zusammen mit Uns gestalten.

Wieso Landleben?

Das Land ist heutzutage nicht mehr so wie Wir es in Kinderliedern, Filmen gelernt haben. Vielleicht war es so idyllisch und einträchtig auch niemals. Jetzt ist es aber mehr und mehr eine industrielle metropolitane Zone wie jede andere auch, bloß mit weniger Menschen.
Diese Sucht der kapitalistischen Moderne nach Profit, Komodifizierung und Standardisierung wird besonders in der Landwirtschaft und damit auch in der Landschaft deutlich. Riesige Felder vollständig gleich mit nur einer Spezies bestellt. Einsatz von toxischen Chemikalien um das vollständig kontrollierte homogene Habitat der Monokultur zu halten. Riesige Stallung mit riesigen Viehbeständen mit riesigen Silage Bergen und dementsprechend Gülle ohne Ende. Die irgendwann dann doch auf die Felder muss und die Landschaft mit braungrüner stinkender Schmiere überzieht.
Auch das alles in Bewegung setzen und Flexibilisieren der Kapitalistischen Moderne ist auf dem Land gut zu beobachten. Dröhnende Ströme von KFZs die zu Ihrer Inwertsetzung eilen. Traktoren brettern über Wege und auch Felder in immer ausgefeilteren und auch größeren Variationen.

Trotz dessen ist es aber nicht so das Wir das Land verabscheuen. Viel mehre gehen Wir mit offenen Augen durch die Welt und erkennen den Ist-Zustand um Uns herum um seiner Veränderlichkeit bewusst zu werden. Dieser Zustand der flexibilisierten Monokultur und Natur Vergewaltigung ist nicht zwangsläufig oder historisch Notwendig. Die kapitalistische Ökonomie die Ihn hervor gebracht hat ist fragiler, hysterisch und widernatürlich. Somit entstehen Risse in diesem System die die Möglichkeit zur Veränderung bieten.

Ein Aspekt der Veränderung ermöglicht und auf dem Land vorhanden ist überhaupt uns das Land, die Stadt vorziehen lässt sind die sozialen Netze und Gefüge die in viel starkem Maße sich erhalten haben als in den Städten der Randgebiete. Mensch grüßt Sich und nimmt Sich war. Soziale Events, kollektive Aufgaben…ein Stück kommunalen Lebens hat sich dem Sturm des Marktes zum trotz bewahren können.
Auch der bessere Zugriff auf das Produktionsmittel Land als Grundlage des menschlichen Lebens ist eine weiter Grund das Landleben der Stadt vor zuziehen. Selbst produktiv den gesamten Prozess der Erzeugung von gesunder Nahrung durch zuführen ist nicht nur für gesunder Ernährung wichtig sonder auch um Sich selbst im Einklang mit der natürlichen Umwelt erleben zu können.
Als letzten Grund das Land der Stadt vorziehen ist noch die strategische Ebene zu nennen. Die abgelegen Räume werden schon zu oft anti aufklärerischen Kräften überlassen. Linke tummeln sich an der Uni und hetzten dem kapitalistischen Ideal einer Karriere hinterher, ghettoisieren sich selbst in Ihren alternativen Vierteln und überlassen damit das platte Land sich selbst.
Das Volk dort lebt unter dem Regime der kapitalistisch Moderne und spürt die Widersprüche. Mangels Bewusstsein greift es dann aber die einfachen und falschen Erklärungen anti-aufklärischer Bewegungen auf. Diesem Prozess wollen wir auch versuchen etwas entgegen zusetzen.

Idylle oder Rückzug ist somit in keiner Weise Unsere Intention auf das Land zu ziehen. Vielmehr erkennen Wir das Potential und die Aufgabe die dieser Raum bietet an und versuchen diesem gerecht zu werden. Es geht nicht um ein sich Einrichten sondern um eine in Bewegung setzen der Verhältnisse.

was Wir wollen und machen

I) Landwirtschaftliche Projekte

Wir beteiligen uns an der solidarischen Landwirtschaft Bunte Höfe bzw. Kastanien-Hof.
Wir wollen in der Nähe des SZGs eine bzw mehrere Streuobstwiesen mit besonderen und erhaltenswerten Obstsorten neu pflanzen.
Wir wollen Naturschutzprojekte unterstützen und lokale Naturheckenpflanzungen voranbringen.
Neuanlagen von Pflanzungen an Häusern, Gärten, Dorfrand oder Umgebung werden nach permakulturellen Richtlinien vorgenommen.

II) Politische Projekte

Wir treiben lokal, regional und überregional die politische Organisierung voran. Regional wäre das eventuell der Aufbau einer breiten Vernetzung unter Menschen, die Alternativen zu Bestehenden Verhältnissen leben oder leben wollen ( momentan noch in der Konzeption, Transition Initiativen wären eine überlegenswerte Möglichkeit der Zusammenarbeit)
Überregional arbeiten wir am Projekt Ecoec, mehr dazu gabs ab dem 3. Newsletter zu lesen.
Wir wollen im Rahmen unserer Bildungsarbeit Veranstaltungen durchführen, um das Umwelt- und Konsumbewusstsein zu fördern.
Wir wollen Bildungsarbeit auf Basis der Philosophie des Demokratischen Konföderalismus betreiben.

III) Gemeinschaft

Wir wollen im Kollektiv arbeiten und leben, gerne auch mit noch mehr Kindern als nur 2.
Wir wollen das kommunale Leben in der Dorfgemeinschaft bereichern und entwickeln.
Wir wollen geflüchtete Menschen vorzugsweise aus Kurdistan aufnehmen und unterstützen

Der Rahmen und unsere praktischen Aktivitäten passen sich aber auch sehr den Entwicklungen an, daher können Wir für die Zukunft auch nur wenig Aussagen treffen. Diese hier könnt Ihr aber haben: Wir bleiben politisch, kritisch und kollektiv.